Wie schon im Beitrag Nachbau der IEC64 IEEE-488 Karte für den Commodore C64 und C128 erwähnt, wollte ich ja noch ein Gehäuse zum selber ausdrucken erstellen. Dies möchte ich nun mit diesem Artikel nachholen. Die entsprechenden STL Dateien stehen zum Download bereit, so dass sich jeder mit einem 3D Drucker ein passendes Gehäuse zu der Platine ausdrucken kann.

 

So eine nackte Platine mag ja funktionell und vielleicht auch praktisch sein, aber schön ist anders. Und einen Schutz kann man dies auch nicht gerade nennen. Persönlich finde ich es einfach schöner, wenn man zu einer Platine auch ein entsprechendes Gehäuse hat. Und gerade bei dieser Platine hat dieses Gehäuse noch einen Vorteil. 

Das Kabel, welches die IEEE-488 Geräte verbindert, ist nicht gerade ein Leichtgewicht, geschweige denn sehr flexibel. Diese Kabel sind eher sehr störrisch und schwer zu biegen. Hierbei ist das Orignal Commodore IEEE-488 Kabel, welches den Diskettenlaufwerken beilag, noch eher der flexible und leichte Vertreter dieser Kabelgattung.

Standard Commodore IEEE 488 Kabel

 

Und allein durch die Kraft dieses massiven Kabels kann es passieren, dass die Platine im Commodore C64, bzw. C128 verrutschen kann. Oder sogar im Schlimmsten Fall heraus gezogen wird, und dies möglicherweise während der Computer und das Laufwerk eingeschaltet ist.

Um dies zu minimieren hilft ein entsprechendes Gehäuse. Dadurch wird die IEEE-488 Interfacekarte zusätzlich fixiert und kann dadurch nicht so leicht heraus rutschen. Zusätzlich sieht es natürlich auch besser aus und vor allem ist die Platine selber geschützt. 

Zu diesem Zweck habe in mit Hilfe eines CAD Programms ein Gehäuse entworfen. Bei dem Design stand die Funktionalität mehr im Vordergrund, als etwaige Schönheitspreise damit gewinnen zu können. Zusätzlich wird man auch durch bestimmte Vorgaben dazu gezwungen, bestimmte Dinge beim Design einzuhalten. Ich denke aber, dass ich bei diesem Gehäuse halbwegs den Spagat zwischen Funktionalität und ansprechendem Design vollbringen konnte.

Ein erstes gerendertes Bild des Gehäuses konnte sich auf jeden Fall schon sehen lassen.

3D Grafik des IEC64 Gehäuse

 

Die Öffnung für das IEEE-488 Anschlusskabel habe ich dementsprechend großzügig dimensioniert. Zusätzlich ist aber noch die Schnittstelle für ein Flachbandkabel frei, welches ich durch das Gehäuse auch verpolungssicher vorgesehen habe.

Ein erster schneller Ausdruck , hier noch mit einer unbestückten Dummy Platine. Lediglich um die Passgenauigkeit zu testen wurde die Stiftleiste und der DIP Schalter angebracht.

Erster Dummy des IEC64 Gehäuses

 

Das Gehäuse besteht aus zwei Hälften, die einfach zusammen gesteckt werden und ohne Schrauben halten. Ich habe trotzdem unten zwei Löcher für eine Schraubverbindung vorgesehen, sollte zum Beispiel später mal eine Haltenase brechen und das Gehäuse selber so nicht mehr zusammen halten kann. Oder auch für die jenigen, die auf Nummer Sicher gehen möchte.

Die beiden Gehäusehälften in der Einzelansicht:

Erster Ausdruck des Gehäuses

 

Beim Versuch, eine bestückte Platine einzusetzen, kamen mir leider die gesockelten ICs etwas in die quere. Denn die sind schlichtweg zu hoch. Das Gehäuse kann ich aber nicht höher machen, da dieses ansonsten nicht mehr in den Expansionsport des Commodore C64 oder C128 eingesteckt werden kann.

Wenn man sich die Platine mal von der Seite genau anschaut, so fällt auf, dass da aber eigentlich noch Luft für Modifikationen ist.

Seitliche Ansicht der IEC64 Platine mit zu viel Abstand der ICs

 

Besonder das EPROM hat sehr viel Luft zwischen Sockel und Bauteil. Dies zu lösen ist eigentlich recht einfach. Mit einem kleinen Seitenschneider vorsichtig die Beinchen einen guten Millimeter abschneiden. Die Beinchen sind lang genug, das es da zu keinerlei Kontaktproblemen kommen kann. Aber nicht zu viel abschneiden, wie gesagt, ein Millimeter reicht vollkommen aus. 

Nach der "Beschneidung" und dem einsetzen der ICs sieht das ganze schon besser aus.

Seitliche Ansicht der IEC64 Platine mit richtigem Abstand der ICs

 

Jetzt sitzen die ICs fast auf. Das reicht aber vollkommen aus. Zusätzlich habe ich in der Gehäuseoberseite aber auch noch etwas Platz geschaffen, indem ich die Fläche über dem EPROM etwas verdünnt habe. Das abschneiden der Spitzen aller IC Beinchen und das verdünnen der Fläche über dem EPROM hat dazu ausgereicht, dass die Platine nun problemlos in das Gehäuse passt. 

Zusätzlich hatte ich dann noch Haltenase im Beriech des IEEE-488 Platinenstecker angebracht, damit an dieser Stelle ein nicht so großer Luftspalt im Gehäuse entsteht. Das hatte allerdings mehr aesthetische Gründe, weil mir das sonst so nicht gefiel.

Der zweite Ausdruck ließ nicht lange auf sich warten.

Zweiter Ausdruck mit Modifikationen

 

Gute kann man die Aussparung über dem EPROM erkennen. Und bei genauerem Hinsehen ebenfalls die zusätzlichen Haltenasen links und rechts an der breiteren Stelle des Gehäuses, dort wo später das IEEE-488 Kabel ansgeschlossen wird.

Der kleine Knubbel auf der linken Seite des Bildes liegt dann später unterhalb der DIP Schalter. Dies ist nur zur Fixierung gedacht, damit die Platine dort nicht durchgedrückt werden kann, wenn vielleicht mal zu viel Kraft angewendet werden sollte. Zu erkennen sind auch die beiden Löcher für eine etwagige Verschraubung. Die beiden Gehäusehälften werden zusammengeklippt und halten im Normalfall durch die kleinen Haltenasen an den seitlichen Führungen. Sie sind auf dem Bild allerdings nicht besonders gut zu erkennen.

Beim Ausdruck ist eigentlich nichts besonders zu beachten. Support wird keiner benötigt, höchstens kann eine Schürze mit gedruckt werden, damit sich die Ecken während des Drucks nicht anheben. Das Material spielt keine Rolle. Ich habe hier PLA benutzt, aber es kann auch PETG oder ABS zum Ausdruck verwendet werden.

Fertig sieht fas ganze dann so aus:

Gehäuse für IEC64 Karte Beitragsbild

 

Es lohnt sich gutes Filament zu verwenden. Ich hatte für diesen Ausdruck ein "preiswertes Angebot" eines bekannten großen Versandhauses gewählt. Leider sieht man hier recht deutlich den günstigen Preis dieses Filamentes. Der erste Ausdruck wurde mit dem schwarzen NX2 PLA PLA Filament von Extrudr gemacht, welches eine wesentlich und extrem bessere Qualität beim Ausdruck hervorgebracht hat. Leider ging die Rolle beim ersten Ausdruck ihrem Ende zu, so dass ich auf das blaue und preiswerte Filament zurück greifen musste.

Fragen und Anregungen können gerne im Kommentarbereich hinterlassen werden. Ich würde mich aber auch über Bilder eurer Ausdrucke freuen.

Download: 

 

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ch1llers Avatar
ch1ller antwortete auf das Thema: #13 1 Monat 1 Woche her
"Besonder das EPROM hat sehr viel Luft zwischen Sockel und Bauteil. Dies zu lösen ist eigentlich recht einfach. Mit einem kleinen Seitenschneider vorsichtig die Beinchen einen guten Millimeter abschneiden. Die Beinchen sind lang genug, das es da zu keinerlei Kontaktproblemen kommen kann. Aber nicht zu viel abschneiden, wie gesagt, ein Millimeter reicht vollkommen aus."

Dazu nutz ich inzwischen eine viel einfachere/schnellere Methode.

Einfach vor dem Löten die Eproms in die Platine stecken und dann von der Rückseite aus Plan abknipsen. Das geht ruck zuck und man muss nicht darauf achten, dass man zu viel oder zu wenig abknipst. Die Beinchen sind dann immer noch lang genug, damit das Eprom fest im Sockel sitzt und vor allem Leute mit einem schlechteren Augenmaß, zittrigen Händen oder wenig Geduld habens auch einfacher (^(oo)^)

Gruß Marcel

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